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Sprachprüfungen für ärztliche Berufe in Deutschland im Überblick

Wer mit einem ausländischen Abschluss in Deutschland ärztlich arbeiten will, trifft auf zwei Prüfungen und eine Behörde je Bundesland. Die Fachsprachprüfung prüft die Sprache im medizinischen Alltag, die Kenntnisprüfung den fachlichen Kenntnisstand. Beide werden von den Landesärztekammern verantwortet, und genau daraus entstehen die Unterschiede, die diese Seiten dokumentieren.

Jede Zahl unten nennt die Stelle, die sie veröffentlicht, mit Stand 24. August 2026. Wo für ein Bundesland keine belegte Angabe vorlag, steht keine.

Zum Lesen dieses Blattes: Zwei Prüfungen stehen hier nebeneinander, weil sie verschiedene Fragen stellen. Die Gebühren sind nach Bundesland angegeben und nicht zu einem Bundesdurchschnitt verrechnet.

Drei Zertifikatsstreifen übereinander, jeder mit einem Feld am linken Ende und einer Punktlinie zu einem leeren Kreis am rechten.

Zwei Prüfungen, zwei verschiedene Fragen

Die Fachsprachprüfung besteht nach Angabe der Ärztekammer Nordrhein aus einer 60-minütigen Prüfung in drei Stationen von je 20 Minuten: Arzt-Patienten-Gespräch, Dokumentation und Arzt-Arzt-Gespräch. Geprüft wird nicht Medizin, sondern ob aus einem Gespräch ein brauchbares Dokument und aus dem Dokument eine tragfähige Fallvorstellung wird.

Die Kenntnisprüfung fragt das Gegenteil. Die Landesärztekammer Baden-Württemberg beschreibt sie als mündlich-praktische Prüfung aus einer klinisch-praktischen Prüfung mit Patientenvorstellung und einer anschließenden mündlichen Prüfung, mit mindestens 60 und höchstens 90 Minuten Dauer. Hier geht es um den fachlichen Kenntnisstand.

Die Reihenfolge ist festgelegt und nicht wählbar: erst die Sprache, dann das Fach. Wer die zweite Prüfung plant, ohne die erste bestanden zu haben, plant an der Verfahrensordnung vorbei, und wer die erste als Formsache behandelt, unterschätzt die einzige Hürde, die sich vollständig durch Übung nehmen lässt.

Gebühren im Vergleich

Der auffälligste Unterschied zwischen den Ländern ist der Preis. Für dieselbe Fachsprachprüfung liegen zwischen der günstigsten und der teuersten hier belegten Kammer 280 Euro.

Verwaltungsgebühren, Stand 24. August 2026. Gefüllter Punkt: von der Kammer selbst veröffentlicht. Leerer Punkt: aus einer Übersicht des Marburger Bundes übernommen. Ein Strich heißt, dass am Stichtag keine belegte Angabe vorlag.
Kammer Fachsprachprüfung Kenntnisprüfung Quelle
Baden-Württemberg Landesärztekammer Baden-Württemberg 420 € 1100 € Kammer selbst
Berlin Ärztekammer Berlin 420 € Übersicht Dritter
Nordrhein Ärztekammer Nordrhein 430 € Kammer selbst
Bayern Bayerische Landesärztekammer 550 € Kammer selbst
Hamburg Ärztekammer Hamburg 550 € Übersicht Dritter
Hessen Landesärztekammer Hessen 650 € 1350 € Kammer selbst
Mecklenburg-Vorpommern Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern 700 € Übersicht Dritter

Bei der Kenntnisprüfung ist die Spanne größer und die Datenlage dünner: belegt sind 1.100 Euro in Baden-Württemberg und 1.350 Euro in Hessen. Beide Beträge liegen deutlich über der Sprachprüfung, weshalb die Kenntnisprüfung in der Kostenplanung den Ausschlag gibt und nicht die Fachsprachprüfung.

Bei einer Wiederholung fällt die Gebühr erneut an – die Ärztekammer Nordrhein hält das für die Fachsprachprüfung ausdrücklich fest. Realistisch geplant wird der Betrag also zweimal, nicht einmal.

Wo Sprachzertifikate hineinpassen

Neben den Kammerprüfungen existieren Zertifikatsprüfungen von Prüfungsanbietern, am bekanntesten telc Deutsch B2·C1 Medizin. Diese Prüfungen bestehen nach Angabe des Anbieters aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil und sind kein Bestandteil des Approbationsverfahrens.

Ihr Nutzen liegt woanders. Bayern verlangt mit der Anmeldung zur Fachsprachprüfung ein anerkanntes B2-Zertifikat, an dieser Stelle wird ein Zertifikat zum Formerfordernis. Und weil zwischen B2 und dem geprüften C1-Niveau eine Lücke liegt, die die Kammer selbst mit drei bis sechs Monaten beziffert, ist eine Zertifikatsprüfung auf dem Weg dorthin ein sinnvoller Zwischenschritt.

Was ein Zertifikat nicht ist: ein Ersatz für die Kammerprüfung. Ob eine bestimmte Bescheinigung anerkannt wird und wofür, entscheidet die zuständige Stelle: nicht der Anbieter und nicht eine Übersicht wie diese.

telc Deutsch Medizin im Überblick

Fristen, Gültigkeit und Wartezeit

Der Zeitplan ist der Teil des Verfahrens, der sich am wenigsten steuern lässt, und er wird regelmäßig zu optimistisch angesetzt. Die Regierung von Oberbayern weist darauf hin, dass die förmliche Ladung zur Prüfung zu einem Termin innerhalb von einem bis sechs Monaten erfolgt, nachdem die zuständige Stelle die Teilnahme gemeldet hat. Diese Spanne ist breit genug, dass beide Enden eingeplant werden müssen.

Nach einem nicht bestandenen Versuch kommt Wartezeit hinzu. Für die Kenntnisprüfung gibt die Ärztekammer Hamburg an, dass die Wiederholungsprüfung in der Regel sechs Monate nach der nicht bestandenen Prüfung stattfindet. Bei der Fachsprachprüfung nennt die Bayerische Landesärztekammer dagegen derzeit keine Beschränkung der Wiederholungsmöglichkeiten, wiederholt wird jeweils die gesamte Prüfung.

Die gute Nachricht in dieser Rechnung betrifft die Gültigkeit. Das Regierungspräsidium Baden-Württemberg gibt für die Fachsprachenprüfung in der Regel drei Jahre an, und eine ärztliche Tätigkeit im Rahmen einer Berufserlaubnis verlängert diese Gültigkeit. Ein halbes Jahr Wartezeit auf die zweite Prüfung kostet den Sprachnachweis also nicht, wer in dieser Zeit unter Berufserlaubnis arbeitet, verlängert ihn sogar.

Daraus folgt eine Reihenfolge, die sich in der Praxis bewährt: den Antrag bei der Behörde früh stellen, weil er die einzige Frist ist, die der Kandidat selbst auslöst, und die Wartezeit als Vorbereitungszeit behandeln statt als Pause.

Ein Wort zur Vollständigkeit dieser Seiten. Belegt sind hier sieben Kammern bei der Fachsprachprüfung und zwei bei der Kenntnisprüfung, weil nur für diese am Stichtag eine nachprüfbare Angabe vorlag. Es fehlen also mehr Länder, als aufgeführt sind. Wer sein Bundesland nicht findet, findet die verbindliche Zahl in der Gebührenordnung der zuständigen Kammer, und sollte sie dort auch nachlesen, wenn es hier steht, denn Gebühren werden regelmäßig neu beschlossen und diese Seite ist ein Abbild eines einzigen Tages.

Häufige Fragen

Welche Prüfung kommt zuerst?

Zuerst die Fachsprachprüfung, danach: bei Abschlüssen aus Drittstaaten: die Kenntnisprüfung. Die Landesärztekammer Baden-Württemberg formuliert die Reihenfolge ausdrücklich: nach der erfolgreich absolvierten Fachsprachenprüfung müssen Kandidaten aus Nicht-EU-Staaten eine medizinische Kenntnisprüfung ablegen.

Auf welchem Niveau wird die Sprache geprüft?

Die Bayerische Landesärztekammer nennt für die Fachsprachprüfung das Niveau C1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens. Mit der Anmeldung wird dort zusätzlich ein anerkanntes B2-Zertifikat eingereicht.

Warum sind die Gebühren so unterschiedlich?

Weil jede Landesärztekammer ihre eigene Gebührenordnung beschließt. Die belegten Beträge für die Fachsprachprüfung reichen von 420 Euro bis 700 Euro.

Ist telc Deutsch Medizin dasselbe wie die Fachsprachprüfung?

Nein. Die Fachsprachprüfung wird von einer Landesärztekammer abgenommen und ist Teil des Approbationsverfahrens. telc Deutsch B2·C1 Medizin ist eine Zertifikatsprüfung eines Prüfungsanbieters. Ob und wofür ein solches Zertifikat anerkannt wird, entscheidet die zuständige Stelle.

Gilt eine bestandene Prüfung bundesweit?

Dazu liegt hier keine Quelle vor, die für alle Länder gilt. Da die Kammern die Frage einzeln behandeln, steht an dieser Stelle bewusst keine pauschale Aussage.